Das Förderband vom Steinbruch im Kanstein zum Steinwerk in Salzhemmendorf bringt seit vielen Jahren die zerkleinerten Steine durch diesen Hohlweg ins Tal. Das Förderband wird auch heute noch verwendet.
Historische Kulturlandschaften
Jüdischer Friedhof in Salzhemmendorf
Der alte jüdische Friedhof von Salzhemmendorf liegt in der Nähe der Grundschule bei dem Kinderspielplatz an der Limberger Strasse. Dort sind noch zahlreiche Grabsteine mit hebräischen Inschriften erhalten. Der Friedhof ist von einer Hecke umgeben.
Auf dem Friedhof fanden im Zeitraum 1810 – 1932 Bestattungen statt. Der Friedhof wurde in der Pogromnacht vom 9. November 1938 von den führenden Nationalsozialisten des Ortes verwüstet.
Nach dem Krieg wurde der Friedhof (632 qm) rekonstruiert und 17 Steine wieder aufgestellt. Nach einer erneuten Schändung im Jahr 1955 wurden die Grabsteine in Beton eingegossen. Instandsetzungen gab es 1962 und 1997.
Steinbruchbahn der VOSKA Werk Salzhemmendorf
Vom Steinbruch im Kanstein führte eine sogenannte Bremsbahn zur Bahnlinie südlich von Salzhemmendorf. Die mit Steinen gefüllten Loren wurden damit ins Tal gebracht. An dieser Stelle überquerte die Bremsbahn den Weg zur Charlottenburg. Die Überführung, die auf dem oberen Foto abgebildet ist, wurde im Frühjahr 2006 wegen Baufälligkeit abgerissen. Ein Tunnel unter der Strasse wurde sicherheitshalber zugeschüttet.
Steinbruchbahn der VOSKA Werk Osterwald
1886 wurde das Kalkwerk in Osterwald gebaut. Um die Kalksteine aus den Steinbrüchen am Kanstein zur Osterwalder Fabrik zu transportieren, wurden die Pferdebahn (die sogenannte Kalkbahn) und die Ablaufberge gebaut.
Der Steinbruch hatte zwei Ablaufberge. Der ältere verlief bis 1898 leicht östlich der neueren Strecke und mündete auf halbem Weg in eine Drehscheibe, auf der die Loren um 45° gedreht und zu einer ca. 200 m östlich liegenden Laderampe geführt wurden. Von der ehemaligen Drehscheibe ist heute nur noch ein offener Platz im lichten Wald vorhanden; die Laderampe ist verschwunden. Der neue Ablaufberg verlief in direkter Linie vom Scheitelpunkt des Steinbruchs zum Verschiebebahnhof am Grünenplan. Der Ablaufberg hatte zwei Gleise. Die vollen Loren fuhren auf dem einen den Berg hinab und zogen auf dem anderen die leeren den Berg herauf. Das Bremshaus lag am oberen Punkt des Ablaufbergs. Durch das Haus hindurch führten die Gleise und im Innern befand sich eine große Trommel, auf der sich die zwei Seile der Lorenzüge auf- und abwickelten. Als Bremse diente ein Stahlband, dass um die Trommel geschlungen und an einem langen Hebel befestigt war. Das Bremshaus ist noch heute als Ruine erhalten geblieben, die Gleise der Bremsbahn wurden abgebaut. Die Trassenführung ist als Schneise durch den Wald erhalten geblieben.
Am Verschiebebahnhof am Grünenplan wurden die Loren des Steinbruchs zu Zügen zusammengestellt, rangiert und mit Pferden auf der Kalkbahn zum Osterwalder Bahnhof gebracht. Ab 1925 wurden die Pferde von Lokomotiven abgelöst. Das Haus des Verschiebebahnhofs und der Fahrradschuppen sind vollständig erhalten geblieben.
Im unteren Bereich der Kalkbahn befanden sich Ausweichgleise. Dies war die einzige Stelle, an der sich zwei Züge begegnen konnten. Die Trasse war über der Aue und den Auewiesen des Mühlenbachs bei Osterwald, ca. 300 m westlich der Fabrik, aufgeständert. Außer der Trassenführung ist von der Kalkbahn nichts mehr zu sehen.
Der Steinbruch wurde 1962 aufgelassen, als das Kalkwerk am Bahnhof Osterwald und die Kalkbahn geschlossen und stillgelegt wurden. Der Lokschuppen und die Schmiede, die ehemals zum Steinbruch gehörten, sind nicht mehr vorhanden.